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Für Energie und Klimaschutz vor Ort

Wir GRÜNE wollen ein dynamisch flexibles, kommunales Klimaschutzkonzept für unsere Stadt mit dem Ziel, bis spätestens 2035 klimaneutral zu werden. Die Erstellung erfolgt unter wissenschaftlicher Begleitung und Beteiligung der Bürger*innen.

Der unabhängigen Energieversorgung mit Strom und Wärme kommt in den kommenden Jahren für die Bereiche Wohnen, Gewerbe und Industrie eine erhebliche Bedeutung zu. Ca. 30% des CO2 Ausstoßes erfolgen durch die Verbrennung fossiler Energieträger im Wohnungssektor.

Aus diesem Grund fordern wir:

1. Wärme

  • Weitergehender, schnellerer Ausbau des Nahwärmenetzes sowie die Umsetzung des Wärmeplans. Ein wesentlicher Akteur der Wärmewende sind die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH, die ihre Rolle noch nicht den Notwendigkeiten entsprechend ausfüllen.
  • Wir wissen, dass die hierfür notwendigen Bauarbeiten die Stadtgesellschaft beeinträchtigen werden. Infrastrukturelle Bauarbeiten in Straßen behindern den Verkehr; allerdings nur in einer temporären Phase. Im Rahmen der Bauarbeiten können die notwendigen Klimaanpassungsmaßnahmen, wie Baumpflanzungen und die Errichtung von solarüberdachten Schattenplätzen, durchgeführt werden.
  • Wir unterstützen die notwendigen CO2-Reduktionsmaßnahmen in und an den Gebäuden.
  • Anlagen zur Wärmeerzeugung und -verteilung sowie Stromerzeugung und -versorgung bleiben zur Daseinsvorsorge in kommunaler Hand.
  • Erschließung von Wärmeerzeugungsquellen und Speicherung: Eine für die Wärmeerzeugung sofort zur Verfügung stehende Wärmequelle ist die Kläranlage in Kornwestheim. Mittels Wärmetauscher kann die Abwärme aus dem Abwasser dauerhaft für den Betrieb des Nahwärmenetzes genutzt werden. Die technischen Lösungen sind anzuwenden. Große Abwärme liefernde Betriebe oder Rechenzentren, deren Standorte der Stadtverwaltung bekannt sind, können Energie für das Wärmenetz liefern.
  • Ausstieg aus dem Gasnetz: Der Gemeinderat beschließt den Ausstieg aus dem Gasnetz. Durch diese politische Entscheidung signalisiert die Kommunalpolitik unmissverständlich, dass die Versorgung mit Erdgas endlich ist. Hierauf kann sich das Versorgungsunternehmen einstellen und zeitnah die notwendigen Voraussetzungen schaffen.
  • Die Erhöhung des Stammkapitals der SWLB zur Erweiterung des Wärmeverteilnetzes.

2. PV-Anlagen

Im Rahmen unserer Politik zur Förderung erneuerbarer Energien setzen wir uns aktiv für den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen ein. Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen, die Hemmschwelle für Bürger*innen zu senken und selbst erneuerbare Energien zu installieren. Dies soll im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit geschehen.

  • Zu diesem Zweck schlagen wir die Einführung eines kommunalen Förderprogramms vor, das sowohl finanzielle als auch informative Unterstützung für Balkonkraftwerke und/oder konventionelle Photovoltaik-Anlagen bietet. Unser Ziel ist es, den Zugang zu Solarenergie für die Kornwestheimer Bevölkerung zu erleichtern und so die Nutzung erneuerbarer Energien in unserer Stadt zu fördern.
  • Wir sorgen für die Installation von Solaranlagen in Kombination mit Schattenspendern über Parkplätzen und freien Flächen, um erneuerbare Energien zu nutzen und gleichzeitig Schatten und Kühlung zu bieten.
  • Solarthermieanlagen an den Verkehrsachsen: Kornwestheim ist in erheblichem Maß von Verkehrsanlagen durchdrungen. Hierzu gehört nicht nur die B27, sondern auch der Rangierbahnhof und die Bahnstrecken. Diese Achsen müssen schnell und unabhängig von den Planungen der SWLB auf ihre Tauglichkeit für Solarthermieanlagen untersucht werden.

3.  Strom

  • Der Regionalverband hat in der Regionalplanung den Windradstandort für Kornwestheim planerisch gestrichen. Gemeinderat und Verwaltung haben sich dafür ausgesprochen den Standort wieder aufzunehmen. Hieran ist festzuhalten. Die Planungsgrundlagen für ein Windrad sind kommunal zu schaffen. Es kann und darf nicht gewinnorientierten Investoren überlassen werden.
  • Das Stromnetz muss für den Ausbau von Wärmepumpen und der Ladeinfrastruktur ertüchtigt werden.

4. Anreize schaffen

  • Wir GRÜNE fordern den Ausbau bestehender Förderprogramme der Stadt, wie "Wir machen Klima" sowie die Identifizierung und Erschließung weiterer Potenziale für Klimaschutzmaßnahmen.

 

5. Information und Motivation, Klimaschutz an Kindergärten und Schulen

  • Wir setzen uns für die Integration von klimaschutzrelevanten Aktionen in Kindergärten und Schulen sowie Durchführung von Aktionstagen, wie dem World Cleanup Day ein, um das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz zu stärken und nachhaltiges Handeln zu fördern.
  • Außerdem muss die Ausbildung von Klimascouts in der Verwaltung und an Schulen gefördert werden.
  • Suffizienz ist der klügere Umgang mit der vorhandenen Energie und Vermeidung deren Verschwendung. Die Energiekrise hat es gezeigt: Energiesparen lohnt sich. Ein simples „Licht aus“ spart Energie. Das Bewusstsein für den bewussten Umgang mit der Energie ist notwendig. Wenn in Schulen und Kindergärten Fenster geöffnet werden, um zu lüften, dann stellt dies eine vermeidbare Verschwendung von Energie dar. Die technischen Voraussetzungen für die Einsparung von Energie sind vorhanden und müssen lediglich eingesetzt werden. Wir machen uns dafür stark, dass alle technisch möglichen Lösungen eingesetzt werden, um der Verschwendung von Energie ein Ende zu bereiten.

 

6. Mehr Klimaschutzmanager*innen und Personal:

  • Eine weitere Erhöhung der Anzahl von Klimaschutzmanager*innen, um die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu beschleunigen und zu koordinieren.
  • Bereitstellung von weiterem zusätzlichem Personal für den Bereich Klimaschutz und Bauen, um die Planung und Umsetzung von klimafreundlichen Baumaßnahmen zu unterstützen und zu beschleunigen.

 

7. Umsetzung des Klimopasses:

  • Um auf die Klimaveränderungen zu reagieren und für die Gesundheit der Bevölkerung Sorge zu tragen, müssen die Einzelmaßnahmen gemäß des Klimopasses, wie die Schaffung von Schattenplätzen, die Installation von Schattenspendern und PV-Anlagen, der Aufbau von Trinkbrunnen sowie Vernebelungsanlagen zur Kühlung öffentlicher Plätze zügig angegangen werden.
  • Für Pattonville soll ein eigener Klimopass entwickelt werden, um die besonderen Bedürfnisse der Menschen und Gegebenheiten dort zu berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.

 

8. Städtebau

  • Entsiegelungsmaßnahmen und die Entwicklung einer Schwammstadt sollen gefördert werden; d.h. Einsatz von Drainageasphalt und Drainagepflaster bei Umbaumaßnahmen sowie die bevorzugte Verwendung heller statt dunkler Oberflächen.
  • Wir GRÜNE setzen uns für die Beschleunigung der energetischen Sanierung städtischer Gebäude, um den Energieverbrauch zu reduzieren und die CO2-Emissionen zu senken.
  • Auch die Förderung flächendeckender Fernwärmeversorgung durch die SWLB mit regenerativen Energien wie Erdwärme sowie die aktive Unterstützung der Stadt beim Bau und der Umsetzung ist unser Ziel.
  • Untersuchung der geothermischen Speichermöglichkeiten: Der Kornwestheimer Untergrund ist nach den Voruntersuchungen des Geologischen Landesamtes sowohl für die Energiegewinnung aus der Tiefe als auch für die Energiespeicherung in der Tiefe geeignet. U.a. kann der Freibereich im Moldengraben hierfür genutzt werden. Für diesen Bereich ist die ökologische Ausgestaltung vorgesehen. Beide Nutzungen sind möglich, ohne in die landwirtschaftlichen Flächen eingreifen zu müssen.
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